Über die Magie des Fastens

10. März 2011 von Martina Nachtsheim

Fasten ist ein wenig wie Ausmisten nach dem langen Winter

Fasten ist ein wenig wie Ausmisten nach dem langen Winter

der Wegwartehof-Fastenkalender ist eröffnet

Fasten ist irgendwie magisch. Und es ist viel mehr als religiöser Verzicht. Irgendwie ist es anziehend und abstoßend zugleich. Katholisch angehaucht darf es fast nicht sein, das wär ja spießig, etwas für die Figur zu tun hingegen entspricht dem Zeitgeist, mit Stutenmilch ist es besonders gesund, ein paar Tage im Kloster ein zu kehren ist schon beinahe wieder cool, auf etwas Liebgewonnenes zu verzichten, ist dann wiederum doch zu viel. Oder?


Da gerät ganz schön was in Bewegung, in dieser vorösterlichen Zeit

Da gerät ganz schön was in Bewegung, in dieser vorösterlichen Zeit

Fasten für mehr Lebendigkeit, Leichtigkeit und Freude?

Für mich ganz persönlich ist Ostern das schönste Fest im Jahreskreis. Lebendigkeit, Freude, Leichtigkeit, Verliebtheit, Kraft, Losgelöstheit, Sonne, Spaß all das verbinde ich damit. Liebe Menschen kommen zusammen und feiern rund um die bunten Eier. (Und all das ohne die hohen Erwartungen, die Weihnachten oft ein wenig schwierig machen.)
Mich auf dieses Fest vorzubereiten und die 40 Tage Vorlaufzeit ernst zu nehmen, reizt mich ganz ehrlich gesagt.
Euch lade ich ein mit mir gemeinsam durch diese Fasten-Zeit zu gehen. Und so wie Ihr mich kennt gibt es Besinnliches, Fröhliches, Langes, Kurzes, Tiefgründiges, Leichtes und einiges von dem ich selber noch nichts weiß ;-)


Fasten ist wie das Ausziehen der Schischuhe, danach fühlt sich alles leichter an

Fasten ist wie das Ausziehen der Schischuhe, danach fühlt sich alles leichter an

Fasten ist wie das Ausziehen von Schischuhen

Na klar, man zieht Schischuhe nicht an, nur damit es dann angenehm ist, wenn man sie wieder auszieht. Man zieht sie an, weil sie die richtigen Schuhe zum Schifahren sind. Und nicht nur zum Schifahren ziehen wir alle uns die einen oder anderen schweren Stiefel an, weil es grad gut und wichitg ist. Und manchmal vergessen wir dann schlicht, sie wieder aus zu ziehen. Und irgendwie wird dann das Gehen schwieriger, unangenehmer, ungemütlicher. Wir werden ein wenig grantiger, unzufriedener, rastloser und wissen nicht warum. Die Fastenzeit ist eine Gelegenheit auf solche schweren Schuhe hin zu sehen und vielleicht ein wenig barfuß zu spazieren. Danach ist die Freude wieder größer - nämlich an beidem: am Barfuß-Gehen und am Gehen mit festen Stiefeln.


Ruhe Fasten, das tut allen gut

Ruhe Fasten, das tut allen gut

Die Ruhe fasten

Ich hab mir vorgenommen, jeden Morgen, wenn ich in den Stall komme mit Ruhe zu beginnen. Zwei Minuten zum Ankommen und Atmen, zwei Minuten mich und die Pferde zu spüren, zwei Minuten um wahr zu nehmen was ist und mir zu wünschen was sein soll, zwei Minuten in Ehrfurcht und Vorfreude.
Warum? Das ist meine Idee, wie ich die Schischuhe der Alltagsroutinen abstreifen kann. Ich bin verantwortlich für die Lebensqualität der Herde und für die Qualität der Stutenmilch, die wir hier produzieren und ich bin verantwortlich für meine eigenes Wohlbefinden. Ich glaube, dass Ruhe all diesen Aspekten guttut.

Heute ist es mir gelungen und es hat sich richtig gut angefühlt. Und nach diesen zwei Minuten habe ich unseren jüngsten Wegwartehof-Mitbewohner begrüßt. Frisch geboren und fröhlich neben der Mama. Ein ziemlich guter Anfang für diese Fastenzeit!


Ruhe tut gut - unserer Herde, der Stutenmilch und mir selbst  - und natürlich unserem kleinen Nilbert!

Ruhe tut gut - unserer Herde, der Stutenmilch und mir selbst


Und weils so schön zum Thema passt empfehle ich Euch mal hier rein zu lesen:

Fasten und das Wegwerfen von Lebensmitteln
- Gedanken von Sina von manomama

Wie immer freue ich mich über Eure Meinungen, Gedanken, spannende Links!

3 Antworten auf „Über die Magie des Fastens”:

  1. Was für eine schöne Idee. Und ich glaube dir sofort, dass es einen Unterschied ausmacht. Freu mich, dass du mit dabei bist!
    Herzliche Grüße,
    Alexandra

  2. Doris sagt:

    Deine Worte über das "Ruhe fasten" gefallen mir besonders.. und natürlich das Baby-Foto!

  3. Wüstenigel sagt:

    Toller Artikel zum Thema Fasten. Freue mich auch schon wieder auf 2012, wenn ich "die Skischuhe ausziehen" darf.