Gesundheit zum Schlucken?

20. Januar 2012 von Martina Nachtsheim

Genügend Vitaminpillen und man ist gesund. Oder doch nicht?

Vitaminpräparate für Risikofreudige?

Gesundsein ist wichtig, das wissen wir. Fürs Gesundbleiben muss man was tun, das sieht auch fast jedEr ein. Vitamine und Spurenelemente braucht der Mensch, das ist seit langem bekannt. Die gibts auch überall zu kaufen. Da nimmt man einfach jeden Tag die richtige Dosis an Pillen. Dann ist man gesund.
Nicht wahr?
NICHT wahr!


"Vitaminlüge" im aktuellen Spiegel-Magazin

"Wissenschaftler raten von Vitaminpillen ab." Lest den Artikel! Ich persönlich habe immer gedacht, dass die Vitaminpillen tendentiell "gut für nix" sind, aber ich habe mich geirrt - es sind nämlich einige Studien, die belegen, dass das Krebsrisiko und die Sterblichkeit durch Vitaminpräparate signifikant erhöht werden! Puh!


Lebendiger Boden für gesundes Getreide ist keine chemische Formel!

Was ist unsere Idee von Gesundheit?

Mich regt das ja wieder einmal ziemlich auf. Mich regt auf, wie gutgläubig und unreflektiert viele Menschen irgendwas einfwerfen. Und es gibt mir zu denken.
Wenn Milliarden Euro mit Vitaminpillen und Co verdient werden, dann kann man sich vielleicht einmal überlegen, welches Weltbild dahinter steckt. Also sagen wir mal ein Weltbild in dem Gesundheit durch die richtige Menge an Milli- und Microgramm irgendwelcher Substanzen im Körper definiert wird. Wenn der Körpercocktail nicht passend gemischt ist, dann gibt man einfach eine Pille dazu und alles wird wieder gut. Kann man alles wohldosiert kaufen. Und für die Landwirtschaft gilt in diesem Weltbild das gleiche. Ein gesunder Boden ist anhand seiner Inhaltstoffe messbar und was fehlt führt man einfach von außen zuführt. Das ist ein kapitalistisch-mechanistisches Weltbild.

Für mich ist dieses Weltbild genau so antiquarisch wie die Idee der Alchemisten, dass man mit den richtigen Zutaten und dem richtigen Prozess Gold machen kann. Ich meine, da gibt's doch eine Erkenntnis die lautet, das Ganze ist mehr als seine Teile. Das versteht auch jedEr.
Irgendwie.
Trotzdem nimmt man dann ein paar Vitamin-Pillen. Vitamine sind eben gesund. Das weiß man spätestens seit der Nimm 2 - Werbung der achtziger Jahre: Zuckerl für die Gesundheit.


Bio-dynamische Landwirtschaft steht für Lebendigkeit und Gesundheit

Demeter steht für Lebendigkeit und Gesundheit

Unser Weltbild hier am Wegwartehof ist ein anderes. Und unsere Idee von Gesundheit schon gar.
Wir sind ein Demeter-Stutenmilchbetrieb. Das bedeutet, dass uns Begriffe wie Lebendigkeit und Gesundheit regelmäßig beschäftigen. Bio-dynamische Landwirtschaft beschäftigt sich mit der Gesundung der Erde, mit der Vision eines Hoforganismus, mit dem Auftrag, dass wir Lebensmittel für Körper, Geist und Seele herstellen.

Stutenmilch ist seit vielen Jahrhunderten ein ganz natürliches Heil- und Gesundheitsmittel. Klar wissen, wir welche Bestandteile der Stutenmilch außergewöhnlich gut sind. Vierfach-gesättigte Fettsäuren undundund. Vor allem aber wissen wir, dass sie guttut, weil wir nichts daran verändern. Wir holen nicht irgendwelche Einzelteile raus oder setzen noch irgendwas zu. Stutenmilch entsteht in einem lebendigen Prozess. Und dieser lebendige Prozess darf bei denen wirken, die sie trinken. Sie gibt dem Körper eine Idee von Gesundheit, hilft ihm sich zu reinigen und zu entgiften und wieder Gesundheit aufzubauen.

Natürlich und echt: Stutenmilch ist seit Jahrhunderten ein wertvolles Heil- und Gesundheitsmittel

Also wie soll ichs sagen: Esst gut und gerne! Trinkt Stutenmilch! Esst Demeter-Lebensmittel und tut das mit Freude, denn sie sind etwas besonderes!
Das ist keine Garantie für Gesundheit, aber ein guter Weg!


Lonley Stranger

Jenseits von Gesundheit und Vitamintabletten ein paar Minuten Wohlbefinden mit dem großartigen Eric Clapton:

4 Antworten auf „Gesundheit zum Schlucken?”:

  1. Alena Fürlinger sagt:

    Ein SEHR guter Weg zur Gesundheit! Muss ich schon sagen! Bei mir funktioniert das ausgezeichnet! (Fast schon unheimlich...)

  2. Der Artikel im Spiegel ist wirklich sehr gut gemacht und gut recherchiert. Hab dort nur einen Punkt nicht verstanden und suche gerade Antworten bei Fachleuten:

    Was macht den Unterschied bei künstlich zugeführten Vitaminen im Gegensatz zu Gemüse/Obst essen? Denn der Wissenschafter meint, zuviel Supplemente sind schädlich. Zuviel Obst/Gemüse essen kann niemals schaden! Warum?

    muntere waldgrüsse
    micky

    • Martina Nachtsheim sagt:

      Ja, Micky, das find ich eine SEHR gute Frage - bin schon gespannt, was Du dazu rausfindest!

      Ich meine, von den Kräutern her kennt man das ja - wir BiodynamikerInnen verstehen eine Pflanze in Ihrer Ganzheit - die aktuell-normale Betrachtungsweise versucht jedoch einzelne Wirkstoffe dingfest zu machen und diese isoliert, am besten noch künstlich hergestellt, zu verwenden - und genau aus diesem mechanistischen Ansatz heraus entstehen viele Probleme. Eine Heilpflanze ist nicht ein physikalisches Modell, sie ist viel mehr als ihre Einzelteile. Wolf Dieter Storl beschreibt das sehr verständlich und fundiert in seinem Buch Heilkräuter und Zauberpflanzen.
      Das gilt auch für eine Karotte oder einen Apfel. Ich meine die Eigenschaften von Wasser sind weder durch die Eigenschaften von H noch die Eigenschaften von O zu erklären - das weiß schon fast jedEr.

      Mit ein bisschen gutem Willen kann übrigens schon zu viele Weintrauben essen, oder zu viele Orangen, oder zu viel Kraut... - das hab ich alles im Selbstexperiment herausgefunden ;-)

      Schick Dir liebe Grüße aus dem Norden

  3. Martin sagt:

    Halbwissen ist gefährlich, mit diesem Hinweis möchte ich dennoch meinen Stand hier posten.
    Die meisten Vitaminpräperate sind keine Extrakte aus Tieren oder Pflanzen, sondern synthetisch nachgebaute Moleküle, wie die meisten synthetischen organischen Verbindungen ein Erdölterivat. Dieser Nachbau weist viele Charakteristika auf, in denen es dem Vitamin gleich ist. Die dominante Auffassung ist, es ist ein gleichwertiges Substitut. Was passiert, wenn man dem Körper etwas zuführt, von dem er glaubt es ist ein Vitamin, is aber umstritten (siehe z.B. Spiegelartikel) Volgende Analogie ist eine frei Assoziation von mir: Der Körper bruacht Jod 127, er nimmt es daher gerne auf. Leider kann er es nicht von seinen radioaktiven Isotpen unterscheiden. Der Rest ist bekannt.
    Omega3 Fettsäure (ein Vitamin F) kann man offenbar billiger aus Fischen gewinnen als nachbauen. Das natürliche Vitamin B9 (Folsäure) kommt in geringer Konzentration in Gemüse vor, ist licht- und hitzeempfindlich. Letzteres Hab ich noch nie als extrakt angeboten gesehen.
    Die Chemie ist dem Hausverstand und dem traditionellen Wissen ein paar hundert Jahre hinterher. Es kommen also abgesehen von dieser rein naturwissenschaftlichen Betrachtung, natürlich noch die von Martina erwähnten Aspekte hinzu.