Archiv für die Kategorie „Adventkalender”

Die Zeit der Raunächte

20. Dezember 2014 von Martina Nachtsheim

Wünsche ans Feuer übergeben

Wenn am 21. Dezember der kürzeste Tag und die längste Nacht einander treffen, dann beginnt sie wieder, die Zeit der Raunächte. Da muss man weder besonders esoterisch noch besonders christlich sein, um zu spüren, dass zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen ganz speziell intensive Tage sind. Man kann viel streiten, viel am eigenen Perfektionismus verzweifeln, viel erwarten, viel verlangen, viel einsam sein, viel verzweifeln, viel...

Oder auch nicht.

Raunächte haben eine besondere Mystik, sie bilden eine Zeit außerhalb der Zeit. Dass die elf Tage bzw. zwölf Nächte so anders sind und tatsächlich zwischen den Jahren hat einen uralten Grund: die Mondmontsrechnung und die Sonnenmonatsrechnung bilden hier eine Lücke. Also werden Kalendertage eingeschoben, damit das Jahr wieder seinen gewohnten Lauf nehmen kann. Die alten Kulturen rund um die Welt stimmen darin überein, dass die normalen Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt sind, und daher die üblichen Grenzen zu anderen Welten fallen.

Zeit für Herzenswünsche

Die Tage und Nächte zwischen den Jahren sind etwas Besonderes, das kann jedEr spüren und es lohnt sich achtsam mit ihnen um zu gehen!

  • Eine schöne Möglichkeit ist zum Beispiel in jeder Nacht zu räuchern. So reinigt man den Raum und stellt eine gute Brücke her zu anderen Welten.
  • Eine andere bewegende Idee ist, in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 13 Herzenswünsche auf 13 Zettel zu schreiben und die Zettel falten. In jeder Raunacht wird ein Wunsch ungeöffnet verbrannt und an das Universum übergeben. Der 13. Wunsch bleibt übrig. Er wird gelesen und um den muss man sich dann im kommenden Jahr besonders kümmern.
  • Man muss auch gar nichts tun, den tun muss man ohnehin das ganze Jahr so viel. Einfach wirklich achtsam mit sich selbst umgehen, das ist schon magisch genug!

Wir vom Wegwartehof wünschen Dir für diese Raunächte Ruhe und Stille, Lachen und Weinen, Bewegt-sein und Bewegend-Sein, Jubel und Freude, Ängste erkennen und Ängste-überwinden, Altes loslassen und Neues ergreifen, Altes bewahren und zu Neuem nein sagen. Wir wünschen Ruhe und Stille ... alles im richtigen Maß!

Leise

ganz leise wünschen wir uns Schnee - auch den im richtigen Maß ...

KEIN Adventkalender

02. Dezember 2014 von Martina Nachtsheim

Der Advent und der Eisregen stürmt auf uns ein. Tees wollen produziert und verschickt werden. Mit Post und Paketdiensten muss diskutiert werden. Die Pferde möchten gefüttert und gemolken werden. Wir wollen reichlich von unseren Produkten verkaufen und neue entwickeln, damit es auch im kommenden Jahr gut weiter geht. Ach ja und dann will noch eine Flut an Formularen ausgefüllt werden - Bürokratie statt Weihnachtskarten.

Es fällt mir nicht leicht, keinen Adventkalender zu schreiben, schließlich macht es mir viel Freude mir für Dich und mich adventliche Gedanken zu machen, durch Texte und Bilder zu suchen und die Stimmung des Tages zu erspüren. Doch will ich nicht mitspielen im Selbstanspruch an mehr, besser und immer wieder und dabei den eigentlichen Sinn verlieren. Vielleicht finde ich Raum und Zeit für Adventmomente und dann werde ich sie gerne mit Euch teilen.

Für heute möchte ich Dir sagen, bestellt fleißig unsere Wegwartehof-Produkte. Sie sind mehr als gut, sie sind von uns mit Liebe gemacht, sie sind Demeter, sie sind regionale Arbeitsplätze, sie sind Landwirtschaft mit Zukunft. Das tut einem selbst gut und macht auch wirklich Sinn als Geschenk unter dem Christbaum.


Da freut sich die Haut. Und das Christkind erst recht.

Der gute alte Adventkalender:
2. Dezember im Wegwartehof-Adventkalender 2013

24 – Die Kunst des Liebens

24. Dezember 2013 von Martina Nachtsheim

Die Kunst des Feierns

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Sagt man.

Aber wer kennt sie nicht, die Überforderung die sich so leicht mit diesem Satz einschleicht?
Wenn es perfekt sein muss. Wenn alle möglichen Ansprüche befriedigt werden müssen. Wenn das Weihnachtsdrehbuch abgespielt wird und sich doch einmal mehr beweist: Das Leben ist einfach nur das Leben. Punkt. Inglorious Christmas. Um mit Quentin Tarantino zu sprechen. Weiterlesen »

21 – Sternderl

21. Dezember 2013 von Rainer Rathmayr

Sternderl aus Papier

Mal ehrlich: Wer kann eigentlich noch hören, wie viel Überfluss unsere Wirtschaftsweise produziert und was wir alles wegschmeißen? Doch auch wenn wir es eigentlich nicht mehr hören können, gerade zu Weihnachten wird vielerorts offensichtlich, dass es so ist.  Ein einfacher und kreativer Weg, im Kleinen damit umzugehen, ist für uns das upcyclen. Ich sag dir´s, probier ein paar Sachen aus. Wenn du nur ein wenig Leidenschaft und Zeit für das Selbermachen hast, du wirst einen anderen Blick auf deinen Müll entwickeln. Garantiert.
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19 – Da klopft mein Herz im Freudentakt!

19. Dezember 2013 von Martina Nachtsheim

Eine ganz persönliche Liebeserklärung an das Arbeiten mit Pferden

Eine Liebeserklärung.

Das klobige Geschirr anlegen, die Vorfreude spüren. Die Leinen in die Hand nehmen und raus aufs Feld, ein unvergleichlich rhythmisches Geräusch begleitet den Weg. Stehenbleiben. Die Hacke anhängen. Konzentrieren. Und jetzt ein deutliches und kehliges: "Whüa." Der Blick pendelt zwischen zwei knackigen Pobacken und dem Boden unter dem Gerät. Schritt für Schritt das Feld hinauf. Schritt für Schritt das Feld hinunter. Wieder hinauf. Jeden Meter Erde unter den Füßen spüren. Schnaufen. Jacke auf, weiter. Die Freude geht von einem Ohr zum anderen, von der kleinen rechten Zehenspitze bis zum linken Ohrlapperl, das Herz klopft im Freudentakt: Das muss Liebe sein!


Konzentrierte Herausforderung und Freude ist die Arbeit in unseren hohen Kulturen.

Als das Wünschen noch geholfen hat

Irgendwann hat es für mich begonnen, das Arbeiten mit den Pferden. Jedes Teil war mir fremd, das schwere Kummet, der Lederüberwurf mit den Ketten, die Kommandos. Dann waren wir im Wald. Da habe ich zum ersten Mal gespürt, wie es ist, wenn das Pferd zum echten Partner bei der Arbeit wird. Mitdenkt. Mittut. Und ich oft weniger begreife als das Pferd.

Immer wieder habe ich mir gewünscht, mehr zu lernen über das landwirtschaftliche Arbeiten mit den Pferden. Kurse besucht, Praktika gemacht, Fachliteratur gelesen. Stets mit der zweifelnden Frage, ob ich es wohl je kapieren oder gar können kann, das richtige zeitgemäße Pferdearbeiten.

Letztes Jahr habe ich in den Raunächten dreizehn Wünsche ans Universum übergeben. Einer davon war, dass es in meinem Leben guten Raum für qualitätsvolles Arbeiten mit den Pferden gibt. Und, juhuu!, dieser Wunsch wurde mir erfüllt. Ach, ich sage Dir, mir begegnen einzigartige Menschen auf diesem Weg und was ich über die Pferde dazu lernen darf ist spannend zum Quadrat. Liebenswerte, gestandene Leute, die wissen was sie tun und ihr wissen und auch die Begeisterung gerne teilen. Und die Pferde, ja, die Pferde wachsen um zwei Zentimeter, wenn sie das Kummet angezogen bekommen.


Da klopft mein Herz im Freudentakt: Ein Sommermorgen am Kräuterfeld.


Jetzt erst weiß ich, was "ein stolzes Pferd" wirklich ist. Ich glaube, er kommt daher, dass die Pferde das Arbeiten seit Jahrhunderten im Blut haben. Sie waren stets der arbeitende Begleiter von uns Menschen. Bis sie dann zum reinen Freizeitvergnügen umfuntkioniert wurden. Und wenn die Pferde endlich das machen dürfen, was ihre Bestimmung ist, dann strahlen sie eine neue tiefe Zufriedenheit aus und sie gehen selbstbewusst zum nächsten Acker. Und ich hinten drein, welch Freude!


Zufrieden, müde und selbstbewusst macht das Arbeiten mit den Pferden

Die Welt wird heller, strahlender, besser!

Wir alle müssen immer wieder unsere Entscheidungen treffen, ob wir etwas tun, ob wir etwas nicht tun. Die Zeit ist knapp. Ich stelle mir da oft die Frage: "Wird die Welt ein hellerer, strahlender, besserer Ort, wenn ich das jetzt mache? Dreht sich die Welt weiter, wenn ich das jetzt nicht mache?" Wenns um die Arbeit mit den Pferden geht, dann kann ich frohen Mutes sagen: Ja, die Welt wird heller, strahlender und besser. Und nein, sie würde sich nicht weiter drehen!
Schritt für Schritt darf ich mehr lernen, ausprobieren, falsch machen, besser machen, mal weniger mal mehr machen. Der Wegwartehof ist ein spezieller Ort und dass hier die besten Haflinger zu Hause sind, versteht sich von selbst. Dass wir immer mehr und immer öfter unsere Pferde einspannen und mit ihnen gemeinsam ackern, erfüllt mich mit Freude. Und die teile ich heute mit Dir!

Übrigens gibt es im kommenden Jahr ganz spannende Kurse zum Thema: Pferdearbeitskurse am Wegwartehof

Weiterschmökern

Kitschig, kommerziell, vermenschlichend, keine Haflinger. Trotzdem so richtig erfrischen, die Budweiser Clydesdales:


17 – Lieber nackt!

17. Dezember 2013 von Martina Nachtsheim

Solipower: Ein Adventkalender für alle, die nicht immer nur nackt sein wollen.

Also man ist ja lieber nackt, als mit Pelz. Lieber nackt als mit Kleidern aus ausbeuterischen Arbeitsbedingungen. Lieber nackt als mit giftiger Chemie bearbeiteten Stoffen. Lieber nackt als mit bodenzerstörender Baumwolle aus Hungerregionen. Da ist man ziemlich oft ziemlich gerne nackt.
Aber eben auch nicht immer, manchmal wird man eigenartiger Weise blöd angeschaut. Weiterlesen »

15 – Altes Schachterl

15. Dezember 2013 von Rainer Rathmayr

Was machen wir am besten mit den schönen Fotokalenderblättern, die wir Monat für Monat abreißen? Oder Werbeprospekten auf hochwertigem Papier, anspruchvoll gestaltet. Alten Illustrierten, Zeitungen, Postern Katalogen etc.?

Naja, es wird Weihnachten, also upcyclen wir uns daraus zum Beispiel eine dauerhafte, wiederverwendbare und individuelle Geschenksverpackung: Selbstgefaltete  Schachterl. In allen Größen und persönlich gestaltet. Relativ einfach, hab sogar ich geschafft.
Heute also eine Schritt-für-Schritt-Faltanleitung von meiner Frau Gudrun. Du brauchst nur schönes Altpapier und eine Schere. Viel Erfolg beim Ausprobieren!

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14 – Vor lauter Wald …

14. Dezember 2013 von Martina Nachtsheim

Strahlende Klarheit mitten im Wald. Ein Stück Holz wird zur Kristallwelt.

... die Bäume nicht sehen.

Passiert Dir das auch manchmal? Mir eigentlich oft, ich tauche ein in die Wunderwelt Wald und da kann es schon passieren, dass ich vor lauter Moos, Flechten, Bucheckern, Tannenzapfen, Blaubeeren undundund gar keine Bäume sehe. Wald ist für mich eine ganz besondere Heimat ein unvergleichliches Gefühl.
Zu mir hat einmal jemand gesagt, wenn Menschen Energie brauchen, dann gehen sie ans Meer oder auf den Berg. Ich geh in den Wald.


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