23 Und durch diese Fenster

23. Dezember 2011 von Martina Nachtsheim

Doch dann sah ich, dass Schnee, Baum und Mond nur wieder Fenster sind

sahst Du mich an

Dieses Fenster in unserem Adventkalender gehört einem ganz besonderen Menschen.

Es gehört Dir und Deiner Idee vom Leben.

Und es stellt Dir Fragen mit dem Blick auf das Kind in der Krippe. Es stellt Dir Fragen, worum es in diesem Deinen Leben wohl geht.


Na, was feiern wir am 24.?

Was feiern wir denn morgen?

Ja klar, wir feiern, dass Jesus in einem Stall in Betlehem zur Welt gekommen ist. Und? Wir feiern das wohl deshalb, weil er uns die Idee gebracht hat, dass wir alle Töchter und Söhne Gottes sind. Wir feiern unsere eigene Geburt als selbstbestimmte, freie Menschen.

Jetzt wo wir also freie, selbstbestimmte Menschen sind, stellt sich die Frage, was wir daraus machen: Geht es um unablässiges Lächeln oder doch um ein Leben in Fülle? Bedeutet die Geburt Jesu dass wir ab sofort ein ideales Leben führen müssen? Oder ist er die Idee, dass ich ein Leben führen darf in dem ich auch meine Schwächen, meine Ängste, mein Versagen integrieren kann und trotzdem nicht meine, gescheitert zu sein? Ein Leben, das hinsehen kann auf die Herausforderungen unserer Zeit, die Zerstörung, die Gewalt, das Leid und dennoch eine Welt sieht, in der Kinder groß werden dürfen? Gibt mir Jesus die Idee, dass ich Balance und Frieden finden kann und mich trotzdem nicht einschläfern lasse? Kann ich in meinem Sein aufbegehren gegen Unrecht und Gewalt und auch die Freude leben, die in mir ist?

Lass doch die folgenden Gedanken von Ernesto Cardenal in aller Stille auf Dich wirken:

Ich löschte das Licht
um den Schnee und die Bäume
zu sehen.
Und ich sah
den Schnee und die Bäume
durch das Fenster,
und ich sah
den Neumond.
Doch dann sah ich,
dass Schnee, Baum und Mond
nur wieder Fenster sind,
und durch diese Fenster
sahst Du mich an.
nach Ernesto Cardenal

In diesem Sinne wünsche ich Dir einen feinen Adventtag mit Fenstern, durch die Du Dich selbst ansehen kannst!

Ich glaube

Ein wunderbares musikalisches Statement von Udo Jürgens und Xavier Naidoo.

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